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Testberichte

Yuneec Breeze 4K im Test – laues Lüftchen oder steife Brise?

In den letzten Wochen hatten wir die Gelegenheit, Yuneec Breeze 4K zu testen. Als typische Selfiedrohne verspricht der Hersteller, dass Jeder problemlos die Vogelperspektive entdecken kann. Fotos und Videos aus neuen Blickwinkeln sollen den Quadrocopter gerade für junge, Social Media affine Leute attraktiv machen. Auch ohne große Vorerfahrung soll so Flugspaß für Alle möglich sein. Kann der kleine weiße Vogel seine Versprechen halten? Und ist er auch was für erfahrene Piloten?

Beitrag zuletzt aktualisiert am 21.04.2017

Pro
  • Immer-dabei Drohne
  • Schwenkbare 4K-Kamera
  • Gute Bilderqualität
  • Passt fast in jede Tasche
  • Intelligente Flugmodi
Kontra
  • Nur 12 Minuten Flugzeit
  • Speicher nicht erweiterbar

Unboxing & Ersteindruck

Nach dem Öffnen des Pakets und dem Herausholen einer Tüte von Propellerschützern ging es erstmal an die Transportbox. Das Öffnen der Box fiel mir am Anfang ziemlich schwer. Was jetzt nach einem Nachteil klingt, ist tatsächlich großartig. Die Box wird mit einem einfachen Klickverschluss geöffnet und verschlossen.

Beim ersten Öffnen war ich überrascht, wie schwer dieser zu öffnen ist und hatte sogar Angst, den Mechanismus zu beschädigen. Auch beim Schließen brauchte ich wieder ein wenig Überzeugungsarbeit. Auch wenn es auf den ersten Blick schwierig scheint, öffnet sich der resistente Verschluss nie von selbst und ist so besonders sicher. Die Box gibt wenig nach und ist sehr widerstandsfähig. Ich habe mir auch beim Transport in der Bahn keine Sorgen gemacht, dass der Drohne etwas passiert. Als „immer-dabei Drohne“ kann man Breeze also definitiv bezeichnen.

Mitgeliefert wurden neben der Box inkl. Breeze ein Ladegerät samt Kabel und Akku, zwei Ersatzpropeller, ein USB Kabel, vier Propellerschützer sowie eine Bedienungsanleitung.

Die Box mit dem Breeze hat einen Durchmesser von ca. 30 cm, sodass sie in fast alle Rucksäcke passt und auch in vielen Umhänge- und anderen Taschen problemlos Platz findet. Perfekt für Ausflüge also.

Die Optik mach guten Eindruck!

Mit dem schlichten Weiß und dem abgerundeten Design kann sich der Breeze auf jeden Fall sehen lassen. An der Vorderseite ist die Kamera verbaut, unten verschiedene Sensoren. Ebenfalls an der Unterseite lässt sich ein Landegestell ausklappen. Der gesamte Körper wirkt äußerst stabil und hat keine Lücken, in denen bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasser eintreten könnte. Für ein Einsteigermodell macht der kleine Breeze auf jeden Fall optisch gut was her.

Erster Flug mit dem Yuneec Breeze 4K

Nach dem der Kompass kalibriert und der Akku geladen war (was meist zwischen 30 und 50 Minuten dauerte, je nach Restladung), konnte es losgehen.

Für den ersten Flug beschloss ich, den Breeze erstmal im Garten starten zu lassen und mir seinen Blickwinkel anzugucken.

Bevor die ganzen automatischen Modi ausprobiert wurden, testete ich dann erstmal den normalen „Pilot“ Modus, in dem der Copter fliegt wie jede andere Drohne ohne Automatik.

Das funktioniert auch super. Wenn der kleine Copter genug Satelliten zur Verfügung hat, steht er absolut stabil in der Luft und lässt sich auch von einem kleinen Wind nicht aus der Ruhe bringen.

Die Steuerung funktioniert ohne FPV Kit ausnahmslos per Tablet oder Smartphone. Die virtuellen Sticks und Knöpfe tun ihren Job. Klar, die Präzision einer professionellen Fernbedienung erreicht man so nicht, aber für eine simple Selfiedrohne ist das ganze definitiv gut ausgeklügelt und funktioniert problemlos.

Neben den Sticks sind noch ein paar weitere Knöpfe in die App eingebaut. Zum einen natürlich die Auslöser für Foto/Video samt Wechselknopf des Modus. Weiterhin kann die Auflösung (bis zu 4K) ausgewählt werden.

Beispielfoto: geschossen mit Breeze 4K. Foto: Yuneec

Je nach Modus sind ebenfalls ein paar spezifische Knöpfe vorhanden.

Einen Take Off Button gibt es, genau wie einen RTH Knopf und einen Landeknopf, der den Copter an Ort und Stelle landen lässt. So fehlt definitiv nichts Essentielles und auch der zweite Landeknopf wird Anfängern sehr helfen.

Mein erster Flug dauerte ungefähr 10 Minuten. Dann war der Akku leer. Bei angegebenen 12 Minuten kann sich das gerade bei winterlichen Temperaturen sehen lassen. Der Akku sollte natürlich trotzdem vorgewärmt sein. Im Vergleich zu den Angaben des Herstellers gut, generell aber trotzdem eine relativ kurze Flugzeit.

Das Herzstück – die automatischen Modi

Was den Breeze auch für Amateure und Neulinge attraktiv macht? Die automatischen Modi natürlich. Kamerafahrten, die sonst einiges an Können erfordern, werden so kinderleicht.

Dronies ohne Ende: „Selfie“ Modus

Der „Selfie“ Modus erwies sich als der für mich einfachste. Hier kann man die Position der Drohne mithilfe von Slidern in der App einstellen. Eine Bewegung in Richtung „+“ bringt Breeze näher an den Piloten, „-„ hat den gegenteiligen Effekt. Genauso nahtlos funktionieren Flughöhe und Kamerawinkel, Drehen und seitwärts Fliegen.

Jeder Anfänger kann den Modus nach zwei Flügen problemlos verwenden. Etwas anders sieht es mit den weiteren Modi aus.

Ich bin dann mal weg- und gleich wieder da: „Journey“ Modus

Beim „Journey“ Modus fliegt der Breeze automatisch eine vorher eingestellte Distanz vom Piloten weg, und kommt dann zurück. Das macht Spaß und ist ebenfalls sehr einfach. Die Ergebnisse können sich auch sehen lassen. Wer noch nie eine Drohne geflogen ist, muss hier aber die Anleitung lesen.

Was kreist da über uns?: „Orbit“ Modus

Im „Orbit“ Modus fliegt Breeze in einem Kreis um das Gerät, welches als Fernbedienung dient. Der von Haus aus eingestellte Radius ist sehr groß. Man muss hier also aufpassen und auch nach einer eigenen Einstellung immer schauen, dass der benötigte Platz vorhanden ist. Aber auch wieder nichts, was ein gesunder Menschenverstand nicht nach vorsichtigem Ausprobieren und sorgfältigem Lesen der Anleitung in der App nicht nach wenigen Flügen hinbekommt.

Kommst du mit, Breeze?: „Follow Me“ Modus

Ebenfalls integriert ist ein klassischer „Follow Me“ Modus. Dieser funktioniert auf GPS Basis, NICHT optisch wie bei Mavic Pro Beispielweise. Dadurch folgt die Drohne NICHT dem Piloten, sondern dem als Fernbedienung benutzten Gerät/seinen GPS Koordinaten.

Zu Beginn funktionierte der Modus bei mir eher mäßig und relativ unzuverlässig. Das lag an dem vergleichsweise schlechten GPS Empfang seitens meines Tablets. Ein anderes Gerät, und das Problem war gelöst!

Durch das nicht optische System erkennt die Drohne natürlich keine Höhenunterschiede und ist auch nicht ganz so akkurat wie visuelle Systeme. Für die Zwecke, die der Breeze erfüllen soll, aber definitiv in Ordnung.

Also, was heißt das?

Anfänger sollten sich dennoch ein wenig einlesen und die Modi vorsichtig ausprobieren. Vor dem Start eines jeden Modus werden Tipps angezeigt, die bei der geplanten Zielgruppe auch definitiv angebracht sind. Insgesamt wurde die Flugzeit bei Verwendung der Modi etwas geringer, wobei 1-2 Minuten Unterschied auch durch Temperatur oder Wind zustande kommen. Trotzdem verbraucht konstante Bewegung natürlich mehr Strom.

Über alle Flüge hinweg blieb der 720p Video Downlink immer stabil. Ab einer gewissen Distanz fängt der Stream jedoch an, nur noch abgehackt vorhanden zu sein. Die Entfernung war allerdings auch schon relativ groß und außerhalb von dem, wofür die Meisten so einen Breeze nutzen würden.

Unabhängig vom Modus bekam ich nicht selten Fehlermeldungen, die auch nach weniger als einer Sekunde schon wieder weg waren, sodass ich nicht wussten, wo das Problem liegt. Ein neues Kalibrieren des Kompasses half, konnte aber nicht komplett abhelfen.

Die harten Fakten

Die technische Seite des Quadrocopters darf nicht außer Acht gelassen werden. So filmt die Kamera mit 4K, stabilisiert elektronisch aber nur bei Full HD und geringeren Auflösungen. Fotos gelingen mit 13 Megapixeln auch gut. Die Qualität der Videos mit kleiner Kamera und ohne Gimbal ist natürlich nichts fürs Kino. Für unkomplizierte Bilder und Videos für Social Media oder das persönliche Fotoalbum eignet sich Breeze aber super.

Breeze fliegt weder besonders schnell (bis zu 5 m/s) noch besonders hoch (bis zu 80 m) und steigt auch nur mit 1 m/s auf. Man darf das aber nicht mit den Augen eines erfahrenen Piloten sehen. Wer kurze Schnappschüsse und ein besonderes Video bei einem schönen Tag mit Freunden machen will, wird das Fliegen oberhalb der Wolken nicht vermissen. Die geringen Geschwindigkeiten sind dem wohl eher zuträglich, damit man nicht unachtsam zu schnell gegen Hindernisse fliegt.

Mit nur 385 Gramm Abfluggewicht macht der Quadrocopter in keinem Rucksack einen Unterschied, was das Gewicht angeht.

Gespeichert werden alle Aufnahmen auf einem internen 16 GB Flash Speicher. Die Daten können per am Copter verbauter USB Buchse an einen Computer übertragen werden oder mit einem Tablet oder Smartphone direkt herübergespielt werden. Die App bietet ebenfalls eine Social Media Schnittstelle. In dieser können die Aufnahmen direkt geteilt werden.

Klein, aber oho? Das Fazit

Yuneecs Breeze 4K ist unkompliziert und macht den Piloten das Fliegen einfach. Fast Jeder kann das Fliegen mit dieser Drohne in ein paar Flügen lernen und wirklich gutaussehende Aufnahmen machen.

Mit seinen automatischen Modi und der einfachen Bedienung ist er gut geeignet für Anfänger und seine Zielgruppe.

Etwas schade ist, dass man sich die Flugzeit doch sehr einteilen muss und das Mitnehmen eines zweiten Akkus in der Box nicht möglich ist. Ein etwas stärkerer Akku hätte dem Breeze gutgetan. Als „immer-dabei Drohne“ wäre eine längere Flugzeit schön. Gerade auf Ausflügen ist man meist ohne Strom und möchte vielleicht doch mehr als einen Moment aufnehmen.

Erfahrene Piloten werden mit Breeze wahrscheinlich nicht glücklich. Dafür bietet die Selfiedrohne zu wenig Tiefe und Komplexität.

Für seine Zielgruppe ist der Breeze definitiv eine gute Drohne. Die kleinen Mängel, die wir feststellen konnten, werden einem Anfänger, der nur ein paar Fotos oder Videos mit seinen Freunden machen möchte, kaum bis gar nicht auffallen.

So können wir eine Kaufempfehlung aussprechen für alle, die unkompliziert die Vogelperspektive erkunden wollen. Und für alle, die ihr Leben mal aus einer anderen Sichtweise dokumentieren wollen. Wer sich das Drohnenfliegen als neues Hobby zulegen möchte, sollte sich jedoch weiter nach oben orientieren.

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