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Drohnen Abwehr- und Warnsystem von Dedrone

Dedrone heißt das Unternehmen, welches sich der Herstellung von Drohnen-Warnsystemen verschrieben hat. Das erst 2014 im hessischen Lohfelden gegründete Unternehmen soll Drohnen in einem Luftraum zuverlässig detektieren und sogar analysieren können – in Notfällen wird Alarm geschlagen. Die Technologie ist nicht nur für die Rüstungsindustrie, sondern auch für die Automobilbranche oder die Sicherheitstechnik sehr interessant.

Beitrag zuletzt aktualisiert am 24.03.2017

Gemeinsam mit Informatikern und Maschinenbauern machte sich Geschäftsführer Ingo Seebach bereits vor mehreren Jahren an die Entwicklung des Drohnentrackers.

Schon mit privaten Drohnen lässt sich recht viel bewirken. Mit den sich häufenden Meldungen über Drohnen, die über Atomkraftwerken oder Gefängnissen gesichtet wurden, stieg die Nachfrage nach einer Gegenmaßnahme. Sogar auf dem Rasen des Weißen Hauses und auf dem japanischen Regierungssitz sind bereits unbefugt Drohnen gelandet.

Gute Drohnen sind inzwischen für weit weniger als 1.500 Euro erhältlich. Derartige Modelle sind dazu im Stande, mehrere Kilogramm schwere Lasten zu tragen. Mit Kamera ausgestattet lassen sie sich ohne Sichtkontakt fernsteuern. Ein GPS Modul, diverse Sensoren sowie eine entsprechende Software erlauben sogar den autonomen Flug. Besonders nahe liegt daher der Gedanke, dass eine Drohne leicht als Waffe eingesetzt werden kann. Wie bei (fast) jeder Waffe muss daraus aber auch geschlussfolgert werden, dass eine zuverlässige Abwehr existieren muss.

Der Dronetracker von Dedrone (Bild: Dedrone)

So sieht der Dronetracker von Dedrone aus (Bild: Dedrone)

Die Funktionsweise eines Drohnentrackers

Bisherige Erkennungssysteme erfassen die Funksignale oder die Geräusche einer Drohne – das jedoch funktioniert nicht immer. Schließlich können laute Umgebungsgeräusche die Messung verfälschen. Denkbar ist an dieser Stelle, dass die Drohne selbst sogar mit einem Lautsprecher ausgestattet werden kann, um dieses Sicherheitssystem zu umgehen.

Schwerer wird es da bei den Funksignalen. Doch auch hier gibt es Methoden, die Drohnenerfassung zu umgehen: Beispielsweise mit Hilfe von Richtantennen oder indem man ganz auf den Einsatz von Funksignalen verzichtet – das Beispiel mit den autonom fliegenden Drohnen hatten wir ja schon.

So funktioniert der Dedrone DroneTracker

Der Drohnentracker von Dedrone kombiniert verschiedene visuelle und akustische Erkennungsmethodiken. Bei Nacht arbeitet das System mit Infrarotlicht. Es werden Schallwellen und Funksignale, das Flugmuster und die bildhafte Erscheinung – also die Form und die Farbe der Drohne – zu einer sogenannten Drohnen DNA zusammengefasst.

Dedrone stellt diesbezüglich eine Datenbank via Cloud, die stets um die Drohnen DNA bekannter Drohnen erweitert wird. Ähnlich der Virensignaturen bei Virenscannern kann das System von Dedrone somit zuverlässig Drohnen erkennen und Details über das jeweilige Modell ausgeben.

Weiter geht das System nicht – Vorrichtungen zur Eliminierung erkannter Flugobjekte sind laut Seebach erstmal nicht vorgesehen. Dazu sei die Rechtslage zu unklar. Damit das System also aktiv genutzt werden kann, ist Sicherheitspersonal nötig.

Beweise wie hochauflösende Bilder und Videos werden gespeichert und können sodann ausgewertet werden. Konfiguriert wird das System über eine Weboberfläche.

DroneTracker Software V2 (Bild: DeDrone)

DroneTracker Software V2 (Bild: Dedrone)

Technische Details des DroneTracker

Nicht nur alleine durch die Drohnen-Thematik ist das System von Dedrone auf der Höhe der Zeit: Der Alarm kommt per E-Mail, über die Weboberfläche, als SMS, Netzwerknachricht (TCP/IP), SNMP oder via Pushover.net.

Arbeitsfähig ist das System bei Temperaturen zwischen -20 °C und +50 °C. Mit einer Reichweite von bis zu 100 Metern deckt ein einzelner DroneTracker bereits ein sehr großes Gebiet ab – übrigens nur auf einer Seite des Trackers in einem kegelförmigen Raum mit einem Öffnungswinkel von etwa 120°. Der Tracker wird per LAN in die existierende Netzwerkinfrastruktur eingebunden und kann leicht mit anderen DroneTrackern kombiniert werden.

Denkbare Sicherheitslücken

Durch die Kombination akustischer und visueller Sensoren ist das System von Dedrone um einiges schwerer auszutricksen, als ein System, welches auf einen einzigen dieser Sensoren setzt. Dennoch kann, wie jedes Sicherheitssystem, auch dieses umgangen werden. So ist das System zwar vorbildlich über LAN angebunden, damit jedoch ist die Software von Dedrone nur maximal so sicher, wie das Netzwerk, in welchem es sich befindet.

Aufwändig wird es, wenn der DroneTracker alleine durch die Drohne ausgetrickst werden soll – die Drohne müsste leise sein, sich unauffällig verhalten, autonom oder über Richtfunk fliegen und müsste eine drohnenfremde Form haben. Eine Drohne wie ein Vogel wäre denkbar. Aufgenommen wird die Drohne aber in jedem Fall (insofern das im System so eingestellt ist).

Unternehmensstrategie von Dedrone mit Blick in die Zukunft

Dedrone setzt mit seinem Produkt Maßstäbe und agiert expansiv – logisch, denn der Markt für das Produkt steht gerade am Anfang der Wachstumskurve. Das Potential ist groß, die Gewinnchancen ebenso, leider aber auch die Wahrscheinlichkeit für Konkurrenz. Vorsprung ist das Stichwort, weshalb Dedrone wohl nicht umsonst bereits eine Außenstelle in den USA eröffnet hat.

Wir dürfen gespannt sein, welchen Platz Drohnen in unserer Welt einnehmen dürfen und welchen eben nicht – der Erfolg ist dem erfahrenen Unternehmer Ingo Seebach damit eigentlich fast schon sicher.

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