Drohne sicher aus dem Wasser bergen: Diese Tipps können helfen

Drohne sicher aus dem Wasser bergen

Drohnen und Wasser?

Das Elektronik und Wasser sich nicht verstehen, weiß jedes Kind. Das Handy sollte nicht ins Klo fallen und sich beim Baden zu föhnen ist auch nicht unbedingt vorteilhaft. Für die Meisten Geräte führt das Eindringen von Wasser ins Innere zum Totalschaden oder zumindest der Fehlfunktion essentieller Funktionen, die es unbrauchbar machen. Auch unsere geliebten Drohnen sind hierbei keine Ausnahme. Eine Drohne, die für die Umstände nicht ausreichend wassergeschützt ist, wird nach kurzer Zeit den Geist aufgeben. Deshalb sind einige wasserdichte Drohnen auf dem Markt, die verschiedensten Ansprüchen gerecht werden.

Trotzdem möchte nicht jeder Pilot auch Kapitän werden, und der persönliche Multicopter ist in den allermeisten Fällen leider nicht als U-Boot tauglich. Was aber, wenn die eigene Drohne mal am heimischen See oder der Nordseeküste verwendet wird und die sonst großartigen Fliegekünste mal versagen? Der geschätzte Multicopter findet seinen Weg ins kalte Nass. Von hier an gibt es verschiedene Ansätze. Der beste Weg, die Drohne vor dem Totalschaden zu bewahren ist, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten.

Die Prävention

Wer keine Bilder im Taucheranzug schießen will und jederzeit bereit ist, seinen Multicopter zu retten, der sollte seine Drohne präparieren, bevor er beeindruckende Aufnahmen in Wassernähe machen möchte. In der Drohnencommunity gibt es hier einige Ansätze:

Ein Getterback. Dieser ist eine Mini-Schwimmboje, die am Gegenstand, den man retten soll, angebracht wird. Die Boje hält sich an der Wasseroberfläche und die Drohne kann so lokalisiert werden und am Kevlarband der Boje hochgeholt werden. Ursprünglich für verloren geglaubte Angeln entwickelt hat sich der Getterback bei einigen Drohnenpiloten etabliert. Das Problem: Die Boje ist nicht einfach in Deutschland erhältlich. Hier ist eine Demonstration zu sehen:

Ein Waterbuoy ist eine weitere Möglichkeit, den Multicopter zu retten. Dies ist ein Ballon, der sich bei Wasserkontakt automatisch aufbläst. Vorstellen kann man sich dies wie einen Airbag. Damit ist der verlorene Multicopter nicht nur sichtbar, sondern wird auch noch an der Wasseroberfläche gehalten. Der Waterbuoy ist im Dunkeln sichtbar. Hier ist die Funktionsweise dargestellt:

Die professionellste, aber auch teuerste Lösung nennt sich CopterGUARD (wir berichteten hier) und kommt direkt aus Deutschland. Wenn sich die Firma und das Produkt also bewährt, ist die Verfügbarkeit zunächst kein Problem. Der CopterGUARD funktioniert ähnlich wie der Waterbuoy. Auch er bläst sich automatisch bei Wasserkontakt auf, ist allerdings deutlich größer und spezifisch auf Drohnen ausgelegt. Der Auftriebskörper dieser Bergungsmethode hat 8 Kg Zugkraft und kann deshalb die meisten gängigen Drohnen an die Wasseroberfläche bringen. Der CopterGUARD ist durch seine Spezialität und der Expertise der Entwickler die hochwertigste Lösung.

Jetzt ist mein Multicopter im Wasser, was nun?

Wer seine Drohne nicht gerade ohne Präventivmaßnahmen im Meer versenkt hat (und nicht zufällig ein Bergungskommando unter seinem Befehl hat), der hat immer noch eine realistische Chance, den ferngesteuerten Kumpanen zumindest teilweise zu retten (Bei Süßwasser ist die Chance höher als bei Salzwasser). Wenn das unfreiwillige U-Boot also lokalisierbar und in erreichbarer Tiefe ist, kann mit der Bergung begonnen werden. Die Drohne aus dem Wasser zu bekommen, sollte besonders bei Verwendung von einer der oben gelisteten Maßnahmen kein Problem sein.

Was tun mit der nassen Drohne?

Viele würden zunächst womöglich ausprobieren, ob der Multicopter noch funktioniert. Instinktiv scheint dies richtig, praktisch sind die Konsequenzen allerdings fatal. Ein Anschalten führt zur Übertragung von Wasserschäden von einem auf den nächsten Stromkreislauf. Deshalb als allererstes: Akku raus und lange Trocknen lassen. Wie lange genug ist, darüber lässt sich streiten, sicher ist jedoch, dass einige Tage bis Wochen ein angemessener Zeitraum sind.

Des Weiteren sollte das Gerät soweit wie möglich auseinandergebaut werden. Was absolut vermieden werden sollte ist das Trocknen mit dem Föhn. Dieser tut ihrer Drohne gleich zwei mögliche Sachen an: Er kann kleinere Teile mit seiner heißen Luft schmelzen und Wassertropfen in kleine Ecken, die sie vorher noch nicht erreicht hatten, pusten. Eine Heizung ist ebenso unvorteilhaft.

Wie jeder, der schon mal ein Risotto gemacht hat weiß, zieht Reis Wasser an und saugt es auf. Deswegen ist Reis eine Möglichkeit, die Drohne zu trocknen. Nach dem Auseinandernehmen braucht man also anfänglich lediglich etwas Reis. Um dies zu tun, müssen lediglich potentiell wassergeschädigte Platinen und Chips, sowie andere Teile mit Reiskörnern belegt werden. Warum Reis statt Salz, das ist doch fürs Wasser aufsaugen bekannt? Aus dem Grund, dass Reis viel grobkörniger ist als Salz und sich so nicht in kleinen Ritzen verfängt und generell einfacher von den Bauteilen entfernt werden kann. Wer sich sicher ist, dass jeder Wasserrückstand seinen Weg in die Luft gefunden hat, der kann das Gerät wieder zusammenbauen und versuchen anzuschließen. Eine 100%ige Garantie, ob sich das Gerät einschalten lässt, wann das Wasser weg ist, gibt es hier jedoch nie.

Außerdem kann es helfen, die Platine noch einmal baden zu schicken. Und zwar in 100% reinem Isopropanol-Alkohol aus der Apotheke. Dieser verdrängten Wasser und verdampft von selbst sehr schnell wieder. Dies ist jedoch nur für Technikerfahrene Menschen empfohlen, da die Behandlung solch fragiler Bauteile mit Chemikalien doch ein wenig Know-How erfordert.

Spezialisierte Dienstleister für die Rettung von Geräten nach einem Wasserschaden gibt es im Internet auch zu finden.

Wenn Alles nichts hilft

Wenn all dies nicht geholfen hat und die Drohne nicht mehr anspringen will, bleibt nur noch eins zu tun: Autopsie. Hierbei müssen alle Teile auf Funktionsfähigkeit getestet werden, soweit das Wissen zum Thema reicht. Sobald festgestellt ist, welche Teile noch verwendbar sind und welche defekt, können die defekten Teile erst einmal beiseitegelegt werden. Die funktionsfähigen Teile können nun entweder verkauft oder für eigene Bastelprojekte verwendet werden. Besonders raffinierte Drohneningenieure werden sicherlich auch noch andere Nutzen für die Platinen finden.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Teile, die heil geblieben sind, verbaut zu lassen und Ersatzteile zu besorgen und die Drohne so zu reparieren. Diese Entscheidung hängt einzig und allein von persönlicher Präferenz ab.