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Drohne in den Urlaub mitnehmen (Transport, Flug, Versicherung)

In Foren wird sehr oft darüber diskutiert, ob und wie man seine Drohne in den Urlaub mitnehmen darf. Obwohl dieses Anliegen recht überschaubar zu sein scheint, könnte man nur dafür eine eigene Webseite bauen, die für jedes Land, für jede Flugaufsichtsbehörde und für jede Fluggesellschaft die einzelnen Richtlinien aktualisiert und übersichtlich darstellt. Entsprechend würde der Rahmen dieses Beitrags gesprengt – es gibt nämlich sehr viele Länder, sehr viele Behörden und Fluggesellschaften und auf Grund der Neuheit des Themas eine kurze Beständigkeit der Richtlinien. Soll heißen: Selbst, wenn man hier alles aktuell und richtig darstellt, dann könnte sich das für das ein oder andere Land eventuell in ein paar Wochen ändern.

Beitrag zuletzt aktualisiert am 28.03.2017

Wie also können wir euch nun auf der Suche nach einer Lösung unterstützen?

Nun, wir können euch zeigen, welche Vorschriften bei den meisten Flugbehörden und Gesellschaften gelten bzw. was sich bei den meisten Auslandsreisen als „okay“ erwiesen hat, denn oft kommt auch ein Ermessensspielraum hinzu. Übrigens: Der Transport in das Urlaubsland ist das Eine, das Fliegen mit der Drohne wieder etwas Anderes. Dazu aber später mehr. Kümmern wir uns erstmal um den Transport:

Der Transport der Drohne in das Urlaubsland

Man unterscheidet beim Transport der Drohne in zwei Einheiten: Den Akku der Drohne und den Rest. Wie manche vielleicht schon wissen, sind elektrische Bauteile im Flugverkehr relativ unbedenklich, man denke nur an Smartphones oder Laptops, Rasierer und vieles mehr. Lediglich die Akkus sind es nicht, werden sie ab einer gewissen Energiemenge doch als Gefahrgut eingestuft. Akku und Drohne sind bei der Einreise per Flugzeug also zu trennen. Wie genau, erzählen wir euch in den folgenden Absätzen im Detail:

Akkus (LiPos) transportieren

Es gilt, unter anderem auch laut IATA, dass die Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus (unter Copterfliegern LiPos genannt) ausschließlich im Handgepäck mitgenommen werden dürfen. Die maximal zulässige Anzahl pro Person bzw. Handgepäck ist 2 und die Energie (der Energieinhalt) des Akkus darf 100 Wh (Wattstunden) nicht übersteigen. Des Weiteren existiert eine Beschränkung nach Energieinhalt des Akkus. Das müsst Ihr erstmal berechnen oder in unserer Tabelle nachschauen:

So wird der Energieinhalt eines Akkus berechnet: Auf dem Akku sind zwei Kennwerte angegeben: Die Kapazität in Ah (Amperestunden) und die Spannung in V (Volt). Der Energieinhalt lässt sich berechnen, in dem man die beiden Werte (Ah und V) miteinander multipliziert. Ein Beispiel ist der Intelligent Flight Akku für den Phantom 4 mit einer Kapazität von 5,35 Ah und einer Spannung von 15,2 V. Er hat einen Energieinhalt von 81,32 Wh. Damit ist man also schon bald an der Grenze.

Die folgende Tabelle zeigt die gängigsten Drohnenakkus und ihren Energieinhalt:

Akku-Typ Kapazität Spannung Energieinhalt
DJI Phantom 4 – Intelligent Flight Akku  5,35 Ah  15,2 V  81,32 Wh
DJI Phantom 4 – Intelligent Flight Akku 4s  5,87 Ah  15,2 V  89,22 Wh
DJI Phantom 3 – Battery P133  4,48 Ah  15,2 V  68,10 Wh
Yuneec Typhoon H – Akku  5,4 Ah  14,8 V  79,92 Wh
DJI Matrice 600 – TB48S Intelligent Flight Battery  5,7 Ah  22,8 V  129,69 Wh

Die Tabelle dient der Einschätzung, welchen Energieinhalt eure Akkus haben. Kleinere Drohnen als der DJI Phantom 4 können problemlos mitgeführt werden. Aber was macht man mit einer DJI Matrice 600 oder einer ähnlich großen Drohne?

Ausnahmen und Besonderheiten

Maximal kann man also 200 Wh mit auf die Reise nehmen. Außer in einem genehmigungspflichtigen Ausnahmefall: Wenn der Akku einen Energieinhalt zwischen 100 Wh und 160 Wh hat, dann darf er mit Erlaubnis der Airline auch im Handgepäck transportiert werden. Hier würde einer der 6 Akkus der Matrice 600 also reinfallen. Leider dürfte man trotzdem nur 2 transportieren, es sei denn man ist zu dritt. Erst über der Grenze von 160 Wh muss der Akku als Gefahrgut transportiert bzw. extra aufgegeben werden – und das wird nicht nur teuer, sondern richtig kompliziert, denn dann ist auch nicht sichergestellt, dass man im selben Flugzeug sitzt. Bei gewerblichen Transporten wie es bei der Matrice 600 normalerweise der Fall ist, bleibt das aber in der Regel die einzige Wahl.

Des Weiteren ist es ratsam (auf Grund der Richtlinien vieler Länder), die Kontakte der LiPos abzukleben und die LiPos in eine spezielle Batterietüte zu packen.

Kurz zusammengefasst: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Akkus der Drohne transportiert werden können ist maximal, wenn die folgenden Maßnahmen getroffen werden:

  • Maximal 2 Akkus (LiPos)
  • Akkus ausschließlich im Handgepäck
  • Kontakte der Akkus abkleben
  • Akkus in eine Akkutüte packen
  • Kein Akku mit einem Energieinhalt von mehr als 100 Wh, wenn doch, dann nur bis 160 Wh und mit Erlaubnis der Fluggesellschaft. Größere Akkus sind Gefahrgut!
  • Der Energieinhalt muss in Wh gut sichtbar auf dem Akku stehen.

Und ja, dann ist gerademal der Transport des Akkus weitgehend sichergestellt. Die Drohne ist das zweite Paar Schuhe, aber das ist zum Glück einfacher.

Drohne transportieren (nur das Fluggerät)

Da die Drohne keine Akkus oder anderes Gefährliches mehr hat, ist der Transport von ihr eigentlich sowohl im Handgepäck als auch im aufgegebenen Gepäck möglich. Die Gefahr besteht hier nicht darin, dass die Drohne nicht transportiert wird, sondern eher darin, dass sie Schaden nimmt. Deshalb ist es ratsam, den Gimbal, die Kamera, die Propeller und auch das Landegestell abzubauen. Das dient auch dazu, dass die Drohne nicht zu groß ist und die zulässigen Mindestmaße der Airline eingehalten werden.

Der Flug im Urlaubsland

Das war’s eigentlich schon! Zumindest was den Transport angeht. Das Fliegen der Drohne im Urlaubsland ist für viele ein weiteres juristisches Fragezeichen. Hier kommt es ausschließlich auf die Richtlinien im Urlaubsland an. Bina und Francis haben dazu einen sehr nützlichen Artikel zum Thema „Drohnen-Gesetze in 95 Ländern“ in ihrem Reiseblog, my-road.de veröffentlicht.

Grundsätzlich ist der Drohnenflug – gerade in abgelegenen Gegenden – kein Problem. Hier zählt, falls es überhaupt genug Aufsehen erregt, oftmals die Kulanz des örtlichen Beamten. In Städten und Ballungsgebieten kann die schon mal klein ausfallen. Solange es private Flüge mit der Drohne sind und die maximale Flughöhe, die Flugdistanz zum Pilot, die Flugzeit und die Gegend (Abstand zum nächsten Flughafen usw.) eingehalten werden, gibt es kein Problem. Aus kommerzieller Sicht gilt das in manchen Ländern nicht mehr: Die USA beispielsweise verbietet kommerzielle Drohnenflüge ohne Erlaubnis grundsätzlich, verkauft aber entsprechende Lizenzen – auch eine Art, den Haushalt etwas aufzubessern.

Privater Drohnenflug: Normalerweise kein Problem, solange die Vorschriften eingehalten werden (Flughöhe (z.B. nicht über 120 Meter), Flugdistanz zum Pilot (z.B. immer Sichtkontakt), Flugzeit (z.B. nur tagsüber) und das Fluggebiet (z.B. nicht in der Nähe von Flughäfen)).

Kommerzieller Drohnenflug: Oft kein Problem, mitunter aber auch grundsätzlich verboten bzw. grundsätzlich genehmigungs- und kostenpflichtig.

Gibt es Alternativen?

Keine Lust auf das ganze TamTam? Es gibt auch die Möglichkeit, die Drohne einfach per Versand (DHL international, UPS, FedEX, …) zum Urlaubsort zu schicken. Der Versand im Paket kostet um einiges weniger als per Gefahrgut im Flieger und zudem spart man Platz. Probleme könnten hinsichtlich der Anschrift und des Timings aufkommen. Für Kurzurlauber ist diese Variante also nicht zu empfehlen. Wenn man sich länger an einem Ort aufhält, ergibt das aber durchaus Sinn. Viele Hotels sind auch bereit, Post und Pakete anzunehmen und so die Anschrift bereitzustellen.

Die Drohnen Versicherung

Die Versicherung der Drohne während dem Flug wird ganz normal über eine Reisegepäckversicherung sichergestellt. Im Urlaubsland (und im Inland) beim Fliegen sieht es etwas anders aus – hier greift normalerweise NICHT die Haftpflicht, wenn durch den Drohnenflug (wie auch durch alles andere was man macht) an Dritten oder deren Gegenständen Schaden verursacht wird. Man braucht eine Luftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Man sollte auch bedenken, dass die Police im Ausland oftmals geringer ist als im Inland. Auch weitere Konditionen wie Indoor-Flug usw. müssen abgeklärt werden.

Der Schaden an der Drohne wiederum muss selbst bezahlt werden. Die Drohne selbst kann man um hier zu sparen mit speziellen Versicherungen versichern – beispielsweise mit einer privaten Vollkasko für Drohnen.

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