Der Missbrauch von Drohnen als neue Lieferart für Drogen

Der Missbrauch von Drohnen als neue Lieferart für Drogen

Es stehen immer wieder neue Bedenken zur Nutzung von Drohnen zu Debatte – und diese betreffen grundsätzlich bislang alle legalen Bereiche, in welchen es Grund zur Erweiterung von Fortschriften oder Aufklärung gibt.

Mehrere Vorfälle, die nun nicht ausschließlich aber auch in Deutschland passiert sind, zeigen nun jedoch auch, dass Drohnen auch im illegalen Geschäft mit Drogen gerne genutzt werden. In welchem Maße geschieht dieser Missbrauch bislang? Und was kann man dagegen tun?

Drohnen als Mittel zur Lieferung von Drogen in Gefängnisse

Bereits mehrfach wurden in den letzten Monaten auf den Grundstücken von Gefängnissen abgestürzte Drohnen gefunden. An diesen waren neben anderen Dingen vor allem Drogen befestigt – sie sollten auf diesem Wege in die Gefängnisse geschmuggelt werden. Aufgefallen war es den zuständigen Beamten in den Gefängnissen nur, weil die Drohnen gegen Wände prallten und abstürzten oder in Zäunen hängen blieben. Es ist also absolut unklar, wie viele Drohnen bereits erfolgreich dafür genutzt wurden, illegal Drogen in die Gefängnisse zu bringen. In Deutschland waren dies bislang die signifikantesten Vorfälle, in welchen Drohnen zu illegalen Zwecken wie dem Drogenschmuggel genutzt worden sind.

Drohnen im neuen Hightech – Drogengeschäft

International werden im Drogengeschäft nun immer mehr neue Techniken angewandt, um Drogen schneller und unauffälliger zu verkaufen. Gerade an gesicherten Grenzgebieten zwischen zwei Staaten nutzen Drogenkartelle neuerdings Hightech – Flugmodelle, um ihre Drogen über die Grenzen zu schmuggeln. Dazu werden auch oft Quadrocopter also Drohnen genutzt. Besonders an der Grenze zwischen Mexico und den USA sind in der letzten Zeit immer wieder Vorfälle bekannt geworden, bei welchen Drohnen die zu schwer mit Drogenlieferungen beladen waren abgestürzt und von den Behörden entdeckt wurden.

Der “illegale Flugverkehr” wird in Mexico schon seit mehreren Jahren beobachtet und eine sehr große Anzahl an Drohnen gezählt, welche größtenteils während der Lieferungsflüge abgestürzt sind. Da Behörden meist allerdings wirklich nur auf diese aufmerksam werden und nur selten Drohnen in der Luft bemerken bzw. abfangen können, kann niemand genau sagen, wie viele Drohnen wöchentlich, ja sogar täglich, mit illegalen Substanzen in die Luft gelassen werden.

Dagegen ist es interessant, dass es auch bereits Unternehmen gibt, welche legal versuchen Drohnen zu nutzen, um zum Beispiel Cannabis zu verkaufen. In einigen Bundesstaaten in den USA ist Cannabis legalisiert worden. Dort wollen diese Unternehmen in Zukunft, wie auch Versandunternehmen, Cannabis per Drohne an die Kunden liefern.

Warum werden Drohnen für solche Lieferungen genutzt?

In Deutschland darf jede geschäftsfähige Person eine Drohne kaufen und mit ausreichender Haftpflichtversicherung auch in die Luft lassen und fliegen. Drohnen mit einem Gewicht unter 25 Kilogramm müssen außerdem nirgendwo registriert werden.

Die Lieferung von Drogen mit einer Drohne bietet also eine neue und in der Umsetzung recht einfache Möglichkeit für Drogenhändler ihre Ware weiter zu verkaufen. Das Risiko, dass dieser Handel auffliegt, ist weitaus geringer, als wenn er durch einen weiteren Mittelsmann erfolgen würde. Da Drohnen nicht registriert werden müssen, lassen sich abgestürzte, zu Drohnenkurieren umfunktionierte Modelle, nicht zurückverfolgen und so kann auch niemand dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem kann man kleine Drohnen zu sehr günstigen Preisen erwerben, weshalb es auch nicht außerordentlich teuer ist, Drogenlieferungen so abzuwickeln. Die Drohnen können sehr einfach und ohne besonders viele Vorkenntnisse von einem Smartphone aus gesteuert werden und sind damit auch nicht an einen festen Ort gebunden.

Was kann dagegen unternommen werden?

Es ist sehr schwer für alle Behörden gegen das Drogengeschäft anzugehen, vor allem durch dessen Nutzen von neuen Technologien. Drohnen im Luftraum zu überwachen oder sie sogar aus der Luft zu holen, gelingt nur in sehr, sehr seltenen Fällen und die Bekämpfung dieses illegalen Handelns ist bislang so kaum möglich.

In den USA und auch anderen Ländern sollen Drohnen wahrscheinlich zukünftig registriert und mit Kennungsnummern versehen werden – das wäre ein erster Schritt der es den Drogenkartellen erschweren würde auf diesem Wege zu handeln. Abgestürzte Drohnen würden so zurück verfolgbar sein und das Risiko so Drogen zu schmuggeln wäre wieder höher.

In Deutschland ist es bislang bereits in einigen Gebieten verboten, Drohnen über Gefängnissen fliegen zu lassen. Viele Bezirke und sogar Bundesländer werden sich zukünftig vermutlich diesem Verbot anschließen. Der Verstoß gegen diese Regelungen wird mit sehr hohen Geldstrafen geahndet werden.

Das Drogengeschäft expandiert immer weiter durch die Nutzung von neuer Technologie und Hightech – Flugobjekten, wozu auch vor allem Drohnen zählen. In Zukunft wird sich daran vermutlich so schnell nichts ändern lassen, da auch immer weiter neue Technologie auf den Markt gebracht wird, an welchen sich auch Drogenkartelle bedienen können. Allerdings wirken Regierungen bereits recht effektiv mit neuen Vorschriften und Regelungen dem illegalen Schmuggel mit Drohnen entgegen.