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AirSelfie-Drohne – bald auch in Deutschland? Hier kommt unsere Meinung!

Einst hieß es, die AirSelfie-Drohne soll im Mai 2017 nach Deutschland kommen. Jetzt ist die AirSelfie immer noch nicht lieferbar, sondern kann nach wie vor nur vorbestellt werden. Die Selfie Drohne „AirSelfie“ soll den Selfie-Gadget Markt revolutionieren und nach Hoffnung der Gründer den Selfie-Stick ablösen.

Beitrag zuletzt aktualisiert am 29.05.2017

Die Theorie beeindruckt – auf den ersten Blick

Beginnen wir mit den technischen Daten: Die AirSelfie Drohne wiegt mit 61 Gramm sehr wenig und ist ein Quadrocopter im Barrenformat. Hätte sie einen Bildschirm und wäre schwarz, würde sie an das erste iPhone erinnern. Die Drohne soll per Smartphone-App (iOS, Android) gesteuert werden können, die Verbindung entsteht über das WLAN Netz der Drohne. Maximal kann sie auf eine Höhe von 20 Metern steigen und 3 Minuten lang fliegen. In 10 Minuten sollen 50% des Akkus geladen sein, in 40 Minuten 100%. An der Front befindet sich eine 5 MP Kamera mit einem Schwingungsdämpfer und einem In-Flight-Stabilitätssystem.

Nochmal im Überblick:

  • Flugzeit: 3 Minuten
  • Ladezeit 50%: 10 Minuten
  • Ladezeit 100%: 40 Minuten
  • Maximalhöhe: 20 Meter
  • Kamera: 5 MP mit Schwingungsdämpfer

20 Meter Höhe, leichte Drohne und Horizontal-Kamera

Stellen wir dazu einmal ein paar Überlegungen an. 3 Minuten Flugzeit reichen für ein paar Selfies und die Ladezeit ist auch noch okay. Aber was will man mit der Drohne in 20 Meter Höhe? Zumal die Kamera stets nach vorne gerichtet ist? Die Drohne kann ihre Lage in der Luft im Stillstand nur horizontal und vertikal verändern – das sind 2 Freiheitsgrade. Eine Drehung um irgendeine Achse ist nicht vorgesehen. Das heißt, die Drohne schaut immer geradeaus. Selfies sind ab 2-3 Meter Höhe nur noch aus einigem Abstand möglich. Hier versagt dann die geringe Auflösung der Kamera. Die 20 Meter Maximalhöhe bringen praktisch also überhaupt keinen Vorteil. Vorsicht also vor der eigenen Vorstellung: Selfies von Oben auf einem großen Platz oder andere Szenen, bei denen die Kamera nicht waagerecht ausgerichtet ist, sind nicht möglich.

Instabil bei Wind

Auch würde ich mit einer so leichten Drohne niemals auf eine solche Höhe aufsteigen. Wer schon einmal auf einen Hochsitz, einen Baum oder einen kleinen Turm hinaufgestiegen ist, weiß, dass 20 Meter Höhenunterschied sehr viel Einfluss auf die Windgeschwindigkeit haben.

Keine guten Selfies bei wenig Licht

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Kamera. Ihr Schwingungsdämpfer ersetzt noch lange keinen Gimbal oder Bildstabilisator. Das heißt, dass man für scharfe Bilder mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten muss. Da der Bildsensor aber ohnehin sehr klein ist, sind Selfies wohl nur bei viel Licht möglich.

Zu hoher Preis

Zuletzt wäre da noch der größte Kritikpunkt: Der Preis. Alleine schon wegen dem Preis wird die AirSelfie Drohne niemals den Selfiestick ersetzen können. Für 275 € kann man sich entweder eine bessere Drohne kaufen, ein paar Selfie-Fotos von einem professionellen Fotografen schießen lassen oder gleich in den Urlaub gehen, um dort richtig gute Selfies mit dem Smartphone und dem 1 € Selfie-Stick zu machen. Denn letztendlich dienen Selfies der Selbstdarstellung: Ein heller Sandstrand mit Palmen, ein Pool oder ein Luxushotel im Hintergrund bringen einem da gleich ein paar Fans, Follower, Neider und Hater mehr.

Haben wir schon vergessen zu sagen, dass die Drohne immer noch nur vorbestellbar ist? Wir raten stark davon ab, Geld in diese Drohne zu investieren. Einfach aus dem Grund, weil wir glauben, dass die Drohne niemals geliefert werden wird und die erhoffte Funktion erfüllt.

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